In diesem Use Case beschreibe ich, wie mein Perspektivenwechsel als COO dazu beitrug, ein festgefahrenes Verfahren zu lösen und die benötigte KPI von 30% EBIT-Wachstum zu erreichen.

Die Key Facts:

Das Problem: Ein festgefahrenes Zertifizierungsverfahren, das den Unternehmenserfolg massiv blockiert.

Die harte KPI: Eine potenzielle Steigerung des EBIT um rund 30 %.

Der Wendepunkt: Ein radikaler innerer Perspektivwechsel in einem Moment, in dem eigentlich alles auf Konfrontation stand.

Das Setting: Interim-Management unter Hochdruck

Als ich als Interim-Geschäftsführer für Operations und Finanzen startete (mehr zu dieser Rolle finden Sie hier), lag ein Projekt wie ein schwerer Stein im Weg: Die AEO-Zertifizierung beim Zoll. Viel Geld war bereits investiert, doch alle Anträge wurden abgelehnt. Die Stimmung im Team? Resigniert.

Ich sah mir die Unterlagen an. Inhaltlich waren wir gut, aber die „Sprache“ war falsch. Wir sprachen nicht die Sprache des Prüfers. Wir bereiteten uns drei Monate lang akribisch vor – und reichten mitten im ersten Lockdown ein.

Die Konfrontation: Wenn Emotionen die Sachlichkeit killen

Drei Wochen später: Der Termin mit dem Zollprüfer bei uns im Haus. Wir saßen auf Abstand, die Luft war dick. Die ersten zehn Minuten? Ein einziger Wutausbruch des Beamten. Wir hätten ihn nicht vorab informiert, sein geplanter Urlaub sei nun in Gefahr. Er schoss sich auf meinen Zollbeauftragten ein.

Ich spürte, wie der Ärger in mir hochstieg. Mein Kopf schrie: „Was bildet der sich ein? Hier geht es um Millionen, und er sorgt sich um seinen Urlaub!“ Die Situation drohte zu eskalieren.

Die Wandlung: „Wir sind alle verbunden“

Doch dann passierte etwas, das ich heute als Kern meiner Arbeit betrachte. Ich hielt inne. Ich blickte diesen wütenden Menschen an und fragte mich: „Wie arm muss dieser Mann sein, dass er sich so hinter seinen Vorschriften verschanzen muss?“

Plötzlich geschah etwas „Schräges“ in mir. Ein tiefer Impuls von Mitgefühl. In Gedanken schickte ich ihm Wertschätzung. Ich sagte mir: „Wir sind alle verbunden.“

Ich sprach es nicht aus. Aber meine Ausstrahlung änderte sich. Mein Widerstand schmolz. Das Magische: Fast im selben Moment brach sein Zorn in sich zusammen. Er wurde ruhig. Er erzählte plötzlich, dass er es hasst, immer „der Böse“ zu sein. Er gab uns die Lösung für den Antrag praktisch auf dem Silbertablett.

Das Ergebnis: Mehr als nur Papier

  • Der Erfolg: Das Verfahren wurde als eines der „bestvorbereiteten“ gelobt – ein seltenes Lob einer Behörde.
  • Die KPI: Das Zertifikat kam, die Zollreduktion griff, und das EBIT stieg nachhaltig um 30 %.
  • Die Beziehung: Der Beamte übergab das Zertifikat persönlich. Aus einem „Gegner“ wurde ein Partner.

Was Win³ daraus lernt

Diese Geschichte ist für mich der Beweis: Haltung schlägt Strategie.

Oft denken wir, Business sei ein rein mechanisches Spiel aus Zahlen und Prozessen. Aber am Ende sitzen da Menschen. Wenn wir lernen, uns auf Augenhöhe zu begegnen und unsere inneren Blockaden (wie meinen anfänglichen Zorn) zu lösen, entstehen Wunder.

Genau diese Fähigkeit zur „inneren Wandlung“ ist das Herzstück meines Win³-Programms. Ich helfe Führungskräften und Mitarbeitern dabei, genau diesen Shift zu vollziehen: Weg vom Widerstand, hin zur Wirksamkeit. Meine 30-jährige Erfahrung als COO und CFO (meine Stationen finden Sie hier) hat mir gezeigt: Wer Menschen wirklich erreicht, erreicht auch die Zahlen.

Wollen auch Sie festgefahrene Prozesse durch eine neue Haltung lösen? Lassen Sie uns darüber sprechen.